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Wahlfahrtskirche Oberhautzental

Die ursprüngliche Kirche entstand um das Jahr 1300. Eine Sage berichtet, dass vorerst ein anderer Standort für den Bau der Kirche vorgesehen war. Doch die auf dem vorgesehenen Bauplatz gelagerten Steine waren über Nacht verschwunden. Da sich dieser Vorgang mehrmals wiederholte und man das Baumaterial am Standort der heutigen Kirche bzw. des Friedhofes wiederfand, sah man das als Fingerzeig Gottes an und errichtete die Kirche an dem Platz, an dem sie heute steht. Um das Jahr 1450 erhielt die Kirche eine Wallfahrtsmadonna, die zum Mittelpunkt vieler Wallfahrten wurde. In dieser Zeit wurde auch das Langschiff der Kirche im gotischen Stil errichtet. Zur Zeit der Reformation wurde die Marienstatue von ihrem Platz entfernt und an einen anderen verbannt. Bei der Rückkehr des Katholizimus im Jahre 1627 erhielt die Statue wieder ihren angestammten Platz am Hochaltar. Inzwischen war der Hochaltar altersschwach und durch einen neuen Barockaltar ersetzt worden. Dieser Altar wurde vom damaligen Hausleitner Pfarrer gestiftet. 1740 wurde der Altar erneut durch einen anderen Barockaltar ersetzt, der auch heute noch die Kirche ziert. Unter dem Hochaltar befindet sich die Gruft der Familie Hardegg, die fast 500 Jahre das Patronat über die Pfarrkirche

Oberhautzental inne hatte. Heute ist die Gruft jedoch nicht mehr zugänglich. Über die Wallfahrt zur „Lieben Frau im Tale" wird berichtet, dass sie im 14. Und 15. Jahrhundert großen Zustrom gehabt haben dürfte und die Kirche auch entsprechend groß gebaut wurde. Da das Wetter für die bäuerliche Bevölkerung eine große Rolle spielt und spielte, war der Personenkreis, der mit dieser Wallfahrt angesprochen werden sollte hauptsächlich vom Bauernstand, der um gutes Wetter und gute Ernte bitten kam und vor Seuchen (Pest) verschont bleiben wollte. Aus diesen Gründen ist die Marienwallfahrt nach Oberhautzental in der Mitte des 18. Jahrhunderts, wo zu Maria Himmelfahrt neun Prozzesionen nach Oberhautzental führten und an einem Tage fünf Messen gelesen wurden. Einige Bildstöcke und Marterln geben noch Zeugnis von Wallfahrten aus der Umgebung. Auch zur heutigen Zeit werden am 15. August, dem Patrozinium, Wallfahrten -- so auch die bekannte Frauenwallfahrt -- , nach Oberhautzental abgehalten.